Leidenschaft fürs Bierbrauen und Tipps für Einsteiger: Malzknecht im Interview

Bierbrauen ist mehr als nur ein Hobby – es ist eine Kunst, die Leidenschaft und Kreativität vereint. In unserem Interview sprechen wir mit Tobi, dem Gründer von Malzknecht.de. Tobi hat es sich zur Aufgabe gemacht, angehenden Hobbybrauern den Einstieg zu erleichtern, Wissen zu teilen und die Community rund ums Bierbrauen zu stärken. Er erzählt uns, was ihn zu seinem Blog inspiriert hat, welche Herausforderungen er gemeistert hat und wie er die Zukunft von Malzknecht sieht.

29.01.2025

| Autorin: Nadine Weinmann

| Lesezeit: 8 Min.

Leidenschaft fürs Bierbrauen und Tipps für Einsteiger: Malzknecht im Interview

Bierbrauen ist mehr als nur ein Hobby – es ist eine Kunst, die Leidenschaft und Kreativität vereint. In unserem Interview sprechen wir mit Tobi, dem Gründer von Malzknecht.de. Tobi hat es sich zur Aufgabe gemacht, angehenden Hobbybrauern den Einstieg zu erleichtern, Wissen zu teilen und die Community rund ums Bierbrauen zu stärken. Er erzählt uns, was ihn zu seinem Blog inspiriert hat, welche Herausforderungen er gemeistert hat und wie er die Zukunft von Malzknecht sieht.

Was hat dich dazu inspiriert, den Blog “Malzknecht.de” zu starten, und wie hat sich deine Leidenschaft für das Bierbrauen entwickelt?

Als ich 2016 mit dem Bierbrauen angefangen habe, gab es zwar einige Hobbybrauer-Blogs, jedoch waren diese vor allem Dokumentationen eigener Kreationen und Projekte. Richtige Ratgeber für Einsteiger und Testberichte über Ausrüstung und Zutaten waren kaum veröffentlicht – und wenn, dann eher wissenschaftlich aufgebaut. Es fehlten ausführliche Bewertungen sowie Tipps & Tricks zu öffentlichen Rezepten. Denn im Internet kursieren viele schlechte Bier-Rezepte, hier wollte ich mit dem Blog Licht ins Dunkle bringen. Die Leidenschaft für dieses Hobby entflammte in mir bereits nach den ersten paar Suden. Es macht so viel Spaß, mit diesen natürlichen Rohstoffen zu arbeiten und eigenen Rezepte zu entwickeln.

Bier brauen mit Hobbybrauer Tobias Meyknacht
© Tobias Meyknecht

Kannst du uns mehr über deinen Podcast “Bier & Brauen” erzählen und welche Themen du dort behandelst?

Der Podcast ist meine Art, die bereits veröffentlichten Inhalte in ein anderes Medium zu bringen. Jede Episode ist einem bestimmten Thema auf meinem Blog gewidmet, in der ich das Thema aufgreife und einfach anders präsentiere. Bier & Brauen ermöglicht mir den direkten und persönlicheren Kontakt mit meinen Lesern und Hörern. Ich habe gemerkt, dass der Podcast nicht einfach nur ein anderes Format ist, sondern vielmehr ein Boost der eigenen Marke.

KI brauche ich nicht zu erwähnen. Diese Technologie krempelt aktuell viele Branchen um. Auch die des Hobbybrauens bzw. des Brauens allgemein. Angefangen mit der Erstellung von Bieretiketten liefert KI inzwischen auch gute Ergebnisse bei der Rezepterstellung und der Zutatenauswahl. Abseits der KI gibt es aber auch andere spannende Entwicklungen. Auch wenn das Produkt Bier schon unglaublich alt ist, sind immer noch viele Gebiete unerforscht, wo es immer mal wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Beispiele dafür sind spezielle Hefen zur Herstellung von alkoholarmen Bieren, das Fördern der Biotransformation für noch fruchtigere Aromen oder das aromatische Vorbehandeln von Getreide während der Weiche beim Mälzen.

Bier brauen mit Hobbybrauer Tobias Meyknacht
© Tobias Meyknecht

Kannst du ein besonders interessantes oder herausforderndes Brauprojekt teilen, das du kürzlich durchgeführt hast?

Ich bin eher der experimentierfreudigere Hobbybrauer und so teste ich gerne auch mal exotischere Bierstile. Besonders herausfordernd war der Brautag meines Keptinis. Eine traditionelle litauische Braumethode bei der die Maische nach dem Maischen im Holzbackofen gebacken und somit karamellisiert wird. Dem folgte dann ein Läutern auf Stroh unter Zugabe eines Hopfentees. Am Ende wurde dieses Bier nicht gekocht (Stichwort: Raw Ale) und direkt mit einer authentischen skandinavischen Farmhouse Hefe vergoren. Bei diesem speziellen Brautag hat sich bei mir ein Fehler eingeschlichen, wodurch mein Resultat sehr herb wurde. Trotzdem war das Ergebnis bemerkenswert. Es hatte eine karamellartige, samtige Textur mit fruchtigen Aromen. So ein Bier bekommt man nirgends zu kaufen.

Bier brauen mit Hobbybrauer Tobias Meyknacht
© Tobias Meyknecht
Bier brauen mit Hobbybrauer Tobias Meyknacht
© Tobias Meyknecht

Welche Pläne und Ziele hast du für “Malzknecht.de” in den kommenden Jahren und welche neuen Inhalte können deine Leser erwarten?

Die Art, wie Menschen Inhalte konsumieren, hat sich in den letzten Jahren verändert. Das erkenne ich bereits an meinem eigenen Blog – den zwar stetig mehr Leute lesen, aber die Verweilzeit sinkt jedes Jahr. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, mich mehr auf die Produktion von Kurzvideos zu konzentrieren – Informationen zum Bier brauen kurz und knapp in maximal 30 Sekunden. Das heißt aber nicht, dass der Blog weniger bespielt wird. Es wird trotzdem nach wie vor spannende Inhalte auf der Seite zum Lesen geben, die dann auch im Podcast wieder aufgegriffen werden.

Wie siehst du die Rolle von Blogs und Podcasts in der heutigen Hobbybrauer-Szene und welchen Beitrag leisten sie deiner Meinung nach zur Gemeinschaft?

In meinen Augen würde ich es nicht auf Blogs und Podcasts reduzieren. Es gibt inzwischen so viele andere Plattformen, auf denen sich Hobbybrauer informieren und sich selbst einbringen können.
Eine starke Community ist wichtig! Das Hobby ist eine kleine Nische, das Produkt Bier ist aber eines der komplexesten Getränke der Welt. Man kann sich vorstellen, dass der Einstieg manchmal schwer ist und es hin und wieder zu komplexen Problemen kommen kann. Hier leisten Blogs, Podcasts, aber auch die anderen Plattformen große Hilfe. Die Community ist wie eine kleine Familie. Jeder ist willkommen, die Veranstaltungen sind wie große Familienfeiern und die Stimmung ist immer sehr friedlich. Kaum vorstellbar, wenn man bedenkt, dass auf solchen Events einiges an Bier konsumiert wird.

Bier brauen mit Hobbybrauer Tobias Meyknacht
© Tobias Meyknecht

Welche Ratschläge würdest du angehenden Hobbybrauern geben, die gerade erst mit dem Bierbrauen beginnen und sich in der Community engagieren möchten?

Viele glauben mir nicht, wenn ich sage, dass man zuhause richtig gutes Bier selber brauen kann. Sie denken, es wäre zu teuer, macht keinen Spaß und ist langweilig. Das Gegenteil ist der Fall: Hobbybrauen ist vielseitig und man lernt viele Dinge fürs Leben. Es braucht keinen High-End-Edelstahl-Braukessel für gutes Bier. Wer einen Einkocher hat oder sich einen günstigen kauft, der kann quasi schon fast loslegen. Doch Brauen lernt man nur durch Brauen! Ihr könnt noch so viel lesen und studieren, am Ende müsst ihr einfach die Kelle schwingen und euer erstes eigenes Bier brauen. Fehler sind normal und natürlich trotzdem ärgerlich. Lasst euch nicht entmutigen, wenn das erste Bier nicht so wird wie geplant.

Geht ins Hobbybrauer-Forum, in die Facebook-Gruppe oder zu mir ins Discord. Wir sind alle hilfsbereit und lösen deine Probleme. Jeder wird am Ende in der Lage sein, eigene Rezepte zu schreiben und seinen Freunden und Verwandten das perfekte Bier zu präsentieren.

Vielen Dank, lieber Tobi, für das spannende Interview und die interessanten Einblicke.


Haben wir euer Interesse geweckt? Hier findet ihr die 10 interessantesten Bierblogs Deutschlands.


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